Gemeindebrief Dezember 18

Eine gute Entwicklung
Rückblick auf das Jahr 2018

Herr Bürgermeister, wie lautet Ihr Gesamtresümee für das Jahr 2018?

Manfred Porsch: Insgesamt können wir alle mit diesem Jahr sehr zufrieden sein. Unsere Gemeinde wurde von größeren Unglücken und Großereignissen verschont, und wir konnten alle in Frieden, Freiheit und Einigkeit zusammen leben, feiern und genießen.

Einige größere Projekte wurden in diesem Jahr abgeschlossen.

Das ist richtig. Es freut mich, dass wir jetzt einen durchgehenden Radweg von Wirbenz bis nach Kemnath haben, denn das fehlende Stück an der B22 zwischen Wirbenz und Oberndorf wurde in diesem Jahr fertiggestellt.

In der Gemeinde haben wir in diesem Jahr das Gemeinschaftshaus in Plössen in Betrieb nehmen können – auch eine ganz wichtige Maßnahme für das gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde.

Das Thema Wasser spielte auch oft eine Rolle…

In der Tat haben wir uns in diesem Jahr viel um die Wasserversorgung in unserer Gemeinde kümmern müssen. So wurde in der Ganghoferstraße die alte, marode Wasserleitung aus Asbestzement erneuert. In der Bayreuther Straße erfolgten gleichermaßen die Wasserleitungserneuerung und ein sogenannter Ringschluss zum Baugebiet Kirchenlaibach Nord-West in der Krummen Gasse. Die Bauarbeiten waren notwendig, um die Versorgung des Baugebietes und des Ortsteiles Kirchenlaibach zu verbessern.

Die größten Investitionen in die Wasserleitungsneuverlegung bildet der Neubau einer Haupttrinkwasserleitung von Speichersdorf bis zu unserem Trinkwasserhochbehälter Warthübel. Diese Wasserleitungserneuerung wurde notwendig, nachdem die bestehenden Asbesttrinkwasserleitungen aus den 1950er und 1960er Jahren marode waren und die Trinkwasserversorgung des Gemeindegebietes vom Hochbehälter Warthübel höchste Priorität hat.

In Windischenlaibach wurde auf einer Länge von etwa 350 m die Wasserleitung in der Windischenlaibacher Straße gleichermaßen erneuert.

Stichwort Abwasser: Wie ist der Stand für die Erweiterung der Kläranlage?

Die Bauentwurfs- und Ausschreibungsunterlagen zur Erweiterung der Kläranlage werden bis Ende des Jahres erstellt, in den Wintermonaten soll die Ausschreibung erfolgen, so dass wir im kommenden Frühjahr mit den Arbeiten beginnen können.

Die Erweiterung der Kläranlage Speichersdorf mit Faulung des Klärschlamms ist dringend notwendig, um den hohen Anforderungen an die Reinigung des gemeindlichen Abwassers zu entsprechen, denn die Reinigungsleistung der alten Kläranlage aus dem Jahr 1988 entspricht leider nicht mehr den Anforderungen einer ordnungsgemäßen Reinigung und muss dringend umgebaut und erweitert werden. Zudem wird seit März dieses Jahres die Phosphatelimination des Klärschlamms gefordert.

Wie ist der Sachstand beim Baugebiet Kirchenlaibach Nord-West?

Wir haben in diesem Jahr dank der großen Nachfrage nach Bauplätzen mit der Erschließung des zweiten Bauabschnittes begonnen und diese Maßnahmen soweit abgeschlossen, dass die Grundstückseigentümer mit dem Bau ihrer Häuser beginnen können. Die derzeit günstigen Finanzierungskosten tragen hier sicherlich auch weiterhin zu einer großen Nachfrage nach Bauplätzen bei, so dass wir uns über die weitere Bauplatz-Entwicklung in unserer Gemeinde Gedanken machen müssen, um gerade für junge Familien weiterhin ein attraktiver Wohnstandort zu sein. Übrigens: Wenn Sie  Interesse haben, einen Bauplatz zu erwerben, melden Sie sich bitte im Bauamt der Rathausverwaltung (Herr Schneider, Telefon 09275 988-30) oder bei mir persönlich.

Wie immer stand auch der Bahnhof in diesem Jahr in der Diskussion. Wie geht es hier weiter?

In der Tat ist der Bahnhof – eigentlich vielmehr das schöne Bahnhofsgebäude – eines der Sorgenkinder in der Gemeinde. Sowohl seitens der Gemeinde als auch durch die Deutsche Bahn als Eigentümer haben wir einiges unternommen, um das Gelände rund um den Bahnhof sauber und ansehnlich zu halten. Die Tauben sind dabei nach wie vor ein Problem, und ich kann nur noch einmal nachdringlich appellieren, die Tauben nicht füttern, um das Problem nicht noch größer werden zu lassen.

Gleichwohl gibt es auch gute Nachrichten für den Bahnhof, denn die Deutsche Bahn und der Bund haben Finanzmittel für den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige beschlossen, einen barrierefreien Zugang vom Steg aus auf die Bahnsteige zu schaffen. Das ist nicht nur wichtig für alle Gehbehinderten, sondern auch für Eltern mit kleinen Kindern und wird sicherlich dazu beitragen, den Bahnhof attraktiver zu machen.

Gar nicht weit weg vom Bahnhof zeichnet sich die nächste Großbaustelle in Speichersdorf ab: Der Neubau der Eisenbahnunterführung im Zuge der Neustädter Straße. Was ist der aktuelle Stand?

Die Deutsche Bahn Netz AG hat mitgeteilt, dass die Planungen für die Erneuerungen der Bahnbrücke im Zuge der Neustädter Straße in diesem Jahr abgeschlossen werden und ein so genanntes Planfeststellungsverfahren anschließend durchgeführt werden muss. Infolge dieses Planfeststellungsverfahrens ist mit dem Baubeginn des Bahnbrückenneubaues frühestens im Jahr 2020 bzw. 2021 zu rechnen. Die Maßnahme ist aber aus vielerlei Gründen enorm wichtig, denn die Bahnunterführung ist sowohl für Autos, Lastwagen, aber vor allem für die vielen Fußgänger und Radfahrer viel zu schmal und eng und deshalb ein ständiger Gefahrenpunkt. Geplant ist hier, für alle Verkehrsteilnehmer eine deutliche Verbesserung zu erreichen.

Nach dem Jahreswechsel wird die Tagespflege der Diakonie in einem Teil des ehemaligen Schulgebäudes ihren Betrieb aufnehmen. Wie wichtig ist diese Einrichtung für die Gemeinde?

Die Tagespflege ist eines der im Moment wichtigsten Projekte in der Gemeinde für unsere Seniorinnen und Senioren. Die Menschen werden immer älter, und der Bedarf an Pflegeplätzen wird immer größer, weil die Angehörigen häusliche Pflege nicht mehr oder nicht in vollem Umfang leisten können. Deshalb kommt einer Tagespflegeeinrichtung eine große Bedeutung zu, um diese Angehörigen zu entlasten. Ich bin dem

Diakonieverein außerordentlich dankbar, dass er sich diesem Projekt angenommen und es in professioneller Art und Weise umgesetzt hat. Zwischen dem Diakonieverein und der Gemeinde gab es dabei stets großes Einvernehmen, und wir als Gemeinde haben das Projekt von Anfang an – sowohl durch einstimmige Beschlüsse im Gemeinderat als auch durch finanzielle Zuwendungen – immer unterstützt. Besonders freut es mich, dass wir die Tagespflege mitten in Speichersdorf realisieren konnten, können die Menschen so doch am Leben in der Gemeinde teilhaben.

Gleichzeitig haben wir für den Teil des Schulgebäudes, der aktuell nicht mehr gebraucht wird, eine sinnvolle und nachhaltige Nutzung gefunden. Jetzt ist es an den Einwohnerinnen und Einwohnern von Speichersdorf, diese Einrichtung anzunehmen und das Projekt Tagespflege zu einem Erfolg werden zu lassen.

In diesem Jahr wurde auch gewählt. Wie lautet Ihre Bilanz?

Eine politische Bewertung der Landtags- und Bezirkstagswahlen möchte ich an dieser Stelle nicht abgeben. Ich habe mich aber über die hohe Wahlbeteiligung in Speichersdorf gefreut. Das zeigt mir, dass wir hier eine funktionierende und aktive Gesellschaft haben, die auch bereit ist, ihre Meinung in Form eines Wahlkreuzes kund zu tun.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei denen bedanken, die uns als Gemeinde bei der Durchführung der Wahlen als Wahlhelfer unterstützt haben. Dieses ehrenamtliche Engagement ist nicht selbstverständlich, ist aber in einer funktionierenden Demokratie unbedingt nötig.

Wie steht es um das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde?

Ich freue mich immer, wenn ich in den Terminkalender des Gemeindebriefes blicke und sehe, wie viele Veranstaltungen in unserer Gemeinde stattfinden. Das ist ein guter Beweis für ein lebendiges Gemeinwesen. Mein Dank gilt an dieser Stelle allen, die sich in Vereinen und Organisationen engagieren und in verschiedenen Funktionen, Ehrenämtern und Aufgaben wertvolle Arbeit für unser Gemeinwesen leisten.

In diesem Sinne wünsche allen auch im Namen des Gemeinderates eine besinnliche, stressfreie Adventszeit, ein frohes, friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest sowie alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit im neuen Jahr 2019.

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