Gemeindebrief Weihnachten 2013

12-13

Ein erfolgreiches Jahr

Interview mit Bürgermeister Manfred Porsch zum Jahresende mit Rückblick auf 2013 und Ausblick auf das kommende Jahr

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu. Wie ist das Jahr verlaufen?

Manfred Porsch: Aus meiner Sicht ist das Jahr sehr schnell vergangen. Bürgermeister, Gemeinderat und Rathaus-verwaltung waren eingedeckt mit Arbeit jeglicher Art. Ich möchte mich gleich zu Beginn bei all denen bedanken, die sich in unserer Gemeinde engagieren – im Gemeinwesen, bei den Feuerwehren, in den Kirchen, in den Vereinen. Ich möchte mich auch bedanken für die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, mit allen Institutionen in der Gemeinde, dem Elternbeirat und der Schule, aber auch mit den Gewerbetreibenden. Das ehrenamtliche Engagement ist ganz wichtig in unserer Gemeinde und ist finanziell nicht auszugleichen.

Was bleibt von diesem Jahr in Erinnerung?

Es war ein Jahr, in dem wir neben der laufenden Verwaltungsarbeit für den Bürger in besonderer Weise gefordert waren, z.B. bei der Änderung des Regionalplanes in Sachen Windenergie, beim Breitbandförderverfahren aber auch bei der Aufstellung des Energienutzungsplanes. Es galt in diesem Jahr besonders, die energiepolitischen Themen zu bearbeiten, die auch von der Bevölkerung intensiv diskutiert wurden, denn wir mussten die Weichen für die Energiewende in unserer Gemeinde stellen.

In Erinnerung bleibt sicherlich die große Flutkatastrophe an der Donau und an der Elbe, mit all den schrecklichen Bildern von Zerstörung und Verwüstung durch das Hochwasser, aber auch die Spendenbereitschaft und die eindrucks-volle Hilfsbereitschaft der Menschen hier vor Ort.

Wie hat sich die Gemeinde entwickelt?

Bei den Einwohnerzahlen haben wir einen leichten Rückgang zu verzeichnen, weil die Zahl der Sterbefälle höher ist als die Zahl der Neugeborenen. Die demographische Entwicklung ist auch in Speichersdorf festzustellen. Die Zahl der älteren Menschen nimmt zu, was aber keinesfalls negativ zu sehen ist, sondern vielmehr ein Zeichen, dass man in unserer Gemeinde auch alt werden kann. Immerhin haben wir zwei Einwohnerinnen, die schon über 100 Jahre alt sind. Es ist auch unser Ziel, dass sich die Menschen – vom Kleinkind bis ins hohe Alter – hier wohlfühlen. Dazu muss insbesondere die Infrastruktur in vielen Bereichen stimmen. Wir wollen als familienfreundliche Gemeinde die diesbezüglichen Voraussetzungen schaffen und werden versuchen die zentrale Funktion in der Region zu stärken und auszubauen. Wir verstehen uns im Rathaus und auch im Bauhof als Dienstleister und arbeiten für die Belange der Bürgerschaft. Die Nähe zum Bürger und das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürger liegen mir und den Rathausmitarbeitern sehr am Herzen. Finanziell können wir feststellen, dass die Haushaltssituation unserer Gemeinde im Landkreis Bayreuth sehr zufriedenstellend ist.

Nach den vielen Turbulenzen der letzten Jahre, insbesondere bei Rosenthal, war auch die Wirtschaft in ruhigem Fahrwasser.

Die Entwicklung in Sachen Beschäftigung hat sich in diesem Jahr sehr positiv dargestellt. Die Zahl der Erwerbslosen ist gesunken. Durch die vielen Menschen, die Arbeit haben, sind die Kaufkraft und das Steuerkraftaufkommen in unserer Gemeinde gestiegen. Kurz gesagt: Wenn unsere Bürgerinnen und Bürger Arbeit haben, profitiert nicht nur der Bund und der Freistaat Bayern sondern auch die Gemeinde davon. Die Industrie, die Handwerksbetriebe und die Gewerbetreibenden können gleichermaßen auf ein gutes Jahr zurückblicken.

2012 war der Mobilfunkmast, der in der Ortsmitte geplant war, ein großes Thema. Das hat sich in diesem Jahr erledigt?

Das Thema Mobilfunk war auch in diesem Jahr ein großes Thema. Es gab im Frühjahr die Verhandlung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, wo es gelungen ist, durch eine sog. Veränderungssperre den Bau des geplanten Sendemasten bei der Telefonvermittlungsstelle angrenzend an die alte Post in der Hauptstraße zu verhindern und alternativ einen anderen Standort außerhalb der Wohnbebauung zu finden. Dieser Sendemast wird jetzt an der B22 zwischen Zeulenreuth und Speichersdorf gebaut.

Dafür tauchten in diesem Jahr die Windräder am Horizont auf…

Die Windräder waren ein weiterer intensiv diskutierter Schwerpunkt in diesem Jahr. Gleichwohl hat sich die Planungssituation in Zuge der Regionalplanänderung in unserem Sinn verändert. Ursprünglich waren vier Vorrangegebiete in unserem Gemeindegebiet ausgewiesen. Wir haben durch einen eigenen Teilflächennutzungsplan nachgewiesen, dass einige dieser Gebiete für Windenergieanlagen nicht geeignet sind. Ganz aktuell hat sich bei der Regionalplanänderung herausgestellt, dass die Flächen westlichen von Kirchenlaibach und Windischenlaibach sowie südöstlich von Wirbenz nicht mehr als Vorranggebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen werden, insbesondere weil westlich von Kirchenlaibach und Windischenlaibach ein Schwarzstorch-Horst gefunden wurde, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass diese beiden Gebiete aus dem Regionalplan gestrichen werden.

Überhaupt war die Energie ein Thema. Das Nahwärmekonzept für weite Teile von Speichersdorf stand kurz vor dem Aus, für den einen oder anderen ist es schon beendet. Wie ist der aktuelle Stand?

Das Projekt ist keinesfalls beendet. Bis dato war die Gewinnung von Strom aus nachwachsenden Rohstoffen, aus Sonne und Wind für die Politik vorrangig. Gleichwohl ist aber festzustellen, dass der Energiebedarf als Heizwärme weitaus höher ist. Dies wird auch im Energienutzungsplan sehr deutlich. Es gibt Signale der Politik, dass zukünftig auch solche Projekte für die Heiznutzung gefördert werden sollen. Wir wollen auch weiterhin an der Umsetzung einer Nahwärmeversorgung festhalten und erwarten von der Politik, derartige Projekte finanziell besser zu fördern.

Das alles ist Bestandteil eines Energiekonzeptes. Wann wird das fertig?

Bis zum Jahresende werden wir die Fertigstellung nicht schaffen, da im Energienutzungsplan nicht nur die Gewinnung von Energie aus nachwachsenden Rohstollen, aus der Sonne und dem Wind behandelt wird, sondern insbesondere auch Aussagen über die Energieeffizienz und die Energieeinsparung getroffen werden sollen.

Weiter gegangen sind in diesem Jahr die Abwassererschließungen in den Gemeindeteilen.

Wir haben das gemeindliche Abwasser-Gesamtprojekt konsequent fortgesetzt. Im kommenden Jahr werden die Kanalisationsmaßnahmen in Kodlitz beendet; anschließend wird in Frankenberg die ordnungsgemäße Abwasserentsorgung in Angriff genommen. Im Jahr 2015/2016 wird auch der Ort Brüderes fachgerecht kanalisiert und an eine zentrale Kläranlage in Speichersdorf angeschlossen. Zudem müssen wir auch mittelfristig mit der Sanierung unserer Kläranlage beginnen. Es gibt also in Zukunft große Projekte, die dringend notwendig sind.

Ein Wort über die Schule?

Nach wie vor können wir die Einzügigkeit in der Mittelschule, vormals Hauptschule, halten. Gleichwohl ist der Bestand der Mittelschule nur dann gewährleistet, wenn auch die Klassenstärke von 15 Kindern pro Klasse gegeben ist. Die Mittags- und Nachmittagsbetreuung von Grundschüler durch fachkundiges Personal wird sehr gut angenommen. Gleichermaßen können Schulkinder in der Mittagszeit im Schülercafe ein warmes Mittagessen zu sich nehmen.

Welche weiteren Projekte gab es in diesem Jahr?

Ein weiteres Projekt wurde uns von der Bahn quasi aufgedrängt. Diese will das Bahnhofsgebäude verkaufen. Hier wurde ein Arbeitskreis gebildet, der sich Gedanken über ein Nutzungskonzept macht und Möglichkeiten erkundet. Das wird nicht ganz einfach, denn es bedarf mehrerer Millionen Euro, um das Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen und einer neuen sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Das ist ein Projekt in die Zukunft. Was steht im kommenden Jahr noch bevor?

Ganz konkret wird im nächsten Jahr die Kanalisation von Frankenberg kommen. Darüber hinaus wird es ein großes Projekt im Rahmen der Flurbereinigung Speichersdorf III geben. Im Rahmen dieses Flurbereinigungsverfahren werden mit einem Kostenaufwand von über 1 Million Euro (Zuschuss 800.000 Euro) etwa neun Kilometer Feldwege, Wirtschaftswege und Gemeindeverbindungsstraße mit landwirtschaftlicher Bedeutung von Grund auf saniert. Realisiert wird auch der Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in Speichersdorf und der Neubau der Bahnbrücke im Zuge der Bahnlinie Nürnberg-Marktredwitz östlich von Speichersdorf im Verlauf der GV-Straße Speichersdorf-Roslas.

Was war Ihr persönliches Highlight in diesem Jahr?

Ein besonderes Highligt in diesem Jahr waren sicherlich die 2 Kirchenfeste in Kirchenlaibach und Haidenaab und das Kirchengemeindejubiläum in Wirbenz mit den eindrucksvollen Besuchen des Katholischen Bischofs Dr. Voderholzer und des evang.-lutherischen Landesbischof Bedford-Strohm in Wirbenz.

Gleichermaßen war für mich als Vorstand des TSV Kirchenlaibach/Speichersdorf die Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft in der Bezirksliga II mit Aufstieg in die Landesliga Nordost ein großartiges Ereignis.

Wie werden Sie die Feiertage verbringen?

Ich werde die Feiertage in aller Ruhe mit meiner Familie, den Verwandten und Bekannten verbringen, Weih-nachtsgottesdienste besuchen und die freien Tage genießen.

Gibt es gute Vorsätze für 2014?

Wie all die Jahre vorher: Gesund bleiben, ein paar Kilo abnehmen (lacht) und natürlich möchte ich weiterhin erfolgreich für die Gemeinde arbeiten – im Einvernehmen mit der Bürgerschaft und im engen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern.

>> Gemeindebrief Dez 2013 als pdf