Gemeindebrief Dezember 2012 und Interview mit dem Bürgermeister

Weiter so, Speichersdorf!

Interview mit Bürgermeister Manfred Porsch über das Jahr 2012

Herr Bürgermeister, wie fällt der Rückblick auf dieses Jahr insgesamt aus?

Manfred Porsch: Ich denke, wir können insgesamt mit diesem Jahr zufrieden sein. Wir wurden von größeren Katastrophen verschont, und die gute wirtschaftliche Situation sowie die niedrige Arbeitslosenquote haben dazu beigetragen, dass wir mit großer Zufriedenheit auf das Jahr 2012 zurückblicken können.

Eines der Highlights im gesellschaftlichen Leben war das nur alle fünf Jahre stattfindende Bürgerfest. Wie haben Sie das Fest erlebt?

Manfred Porsch: Das Speichersdorfer Bürgerfest hat in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass es ein Fest von den Bürgern für die Bürger ist. Ich glaube, zu manchen Zeiten war fast die ganze Gemeinde in der Haupt- und der Bahnhofstraße unterwegs – und das ist auch gut so. Das Bürgerfest soll ja auch ein Fest der Begegnung sein. Angesichts des großen Erfolges kann ich natürlich die Überlegungen verstehen, das Bürgerfest häufiger durchzuführen. Letztendlich bin ich aber froh, dass wir alle gemeinsam zur Entscheidung gekommen sind, es beim fünfjährigen Turnus zu belassen. Da beginnt jetzt schon die Vorfreude auf 2017.

Aufgabe der Gemeinde ist aber nicht nur, Feste zu organisieren, sondern die Gemeinde weiter zu entwickeln. Was ist da in diesem Jahr geschehen?

Manfred Porsch: Wir konnten in diesem Jahr eine Reihe von Projekten vollenden, die ich für ausgesprochen wichtig halte. Zum einen möchte ich die Einweihung des neuen Kindergartens Santa Maria an der Kolpingstraße nennen, denn mit diesem Neubau sind wir jetzt mit den Angeboten für unseren Nachwuchs gut aufgestellt und können schon den Kleinsten ausreichend Krippenplätze zur Verfügung stellen. Weniger offensichtlich, aber natürlich genauso wichtig, sind die zahlreichen Projekte zur Abwasserentsorgung in den Ortsteilen. Ramlesreuth, Plössen und Guttenthau/Roslas sind inzwischen kanalisiert, in Nairitz und Kodlitz sind die Arbeiten schon sehr weit. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Projekte in dem Zeitrahmen, den wir uns gesetzt haben, auch abschließen können.

Wie sieht es um die Entwicklung der Schule aus?

Manfred Porsch: Wir haben durch die Kooperation mit der Grund- und Mittelschule in Kemnath nicht nur landesweit Maßstäbe hinsichtlich der bezirksübergreifenden Zusammenarbeit gesetzt, sondern es auch geschafft, dass die Grund- und Mittelschule in Speichersdorf im Mittelschulverbund zukunftsfähig ist.

Rücken Speichersdorf und Kemnath insgesamt näher zusammen?

Manfred Porsch: Wir wollen gemeinsam mit Kemnath im neuen Landesentwick-lungsprogramm als Mittelzentrum eingestuft werden. Das wäre ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Infrastruktur im Raum. Speichersdorf allein kann es nicht schaffen, aber gemeinsam sind wir nicht nur groß genug, sondern haben auch Einrichtungen, die eine Einstufung als Mittelzentrum möglich machen. Da sollte unser Denken nicht an irgendwelchen Grenzen aufhören.

Auch die Feuerwehr der Gemeinde wurde in diesem Jahr gestärkt und hat neue Aufgaben erhalten…

Manfred Porsch. Das ist richtig. Mit der Segnung des neuen Wechsellader-Fahrzeuges vor wenigen Wochen, hat die Bedeutung der Feuerwehren Speichersdorf und Kirchenlaibach im Rettungswesen zugenommen. Die Bereitstellung dieses multifunktional einsetzbaren Fahrzeuges in Verbindung mit den Ausrüstungscontainern ist ein wichtiger Baustein im überregionalen Rettungswesen. Gleichzeitig unterstreicht die Positionierung von einem der vier Fahrzeuge im Landkreis in Speichersdorf die Bedeutung und Leistungsbereitschaft unserer Feuerwehren.
Unsere elf Feuerwehren sind gut ausgerüstet und hervorragend ausgebildet. Sie sind Garanten für rasche, fachkundige Hilfeleistungen und arbeiten ehrenamtlich für die Sicherheit unserer Bürgerschaft. Wenn etwas passiert, wie zuletzt bei dem tragischen Flugzeugabsturz, bei Verkehrsunfällen, technischen Hilfeleistungen oder kleineren Bränden, kann man sich auf unsere Feuerwehr verlassen. Denjenigen, die sich in ihrer Freizeit in den Feuerwehren engagieren, gilt mein ausdrücklicher Dank.

Wie sieht es mit der Speichersdorfer Wirtschaft aus?

Manfred Porsch: Die Wirtschaftskraft in Speichersdorf ist auch im Jahr 2012 gestiegen. Natürlich schauen wir in diesem Zusammenhang auf unseren größten Arbeitgeber im Ort, das Rosenthal-Werk Thomas am Kulm. Nach sehr turbulenten Jahren ist es gut zu hören, dass die Entwicklung dort sehr positiv ist. Aber natürlich tragen auch die vielen anderen, meist kleineren Unternehmen und Gewerbebetriebe zur wirtschaftlichen Kraft unserer Gemeinde bei. Das ist gut und wichtig und wir werden diese auch weiterhin nach unseren Möglichkeiten tatkräftig unterstützen.

Noch ein Wort zum Nahwärmekonzept?

Manfred Porsch: Für unser geplantes Nahwärmekonzept war 2012 ein turbulentes Jahr. Nach wie vor gilt: Die Idee ist gut und sollte im Hinblick auf ein nachhaltiges Energiekonzept auch umgesetzt werden. Allerdings haben wir mit hohen Kosten zu kämpfen. Inzwischen haben wir aber auch erfahren, dass wir einfach zu früh dran waren, um entsprechende Fördergelder zu bekommen. Deshalb ist das Projekt für uns noch nicht beendet, sondern wir werden weiterhin sehr genau beobachten, welche Möglichkeiten es gibt und diese dann auch nutzen, um das Projekt doch noch umzusetzen.

Der Ausblick auf 2013: Was erwartet die Speichersdorfer im kommenden Jahr?

Manfred Porsch: Wir werden die Gemeinde im kommenden Jahr genau so weiter zielgerichtet entwickeln, wie wir das in den letzten Jahren auch getan haben. Der Mix aus leben und arbeiten muss stimmen und die Menschen sollen sich in Speichersdorf wohl fühlen. Dazu tragen auch die vielen Vereine und Organisationen bei, bei denen ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchte. Gleichwohl wird es nicht einfacher, diese Entwicklung so zu gestalten, dass alle Interessen berücksichtigt werden und alle zufrieden sind. Dazu sind die Handlungsspielräume durch die knappen Kassen der kommunalen Haushalte einfach zu beschränkt.
Im kommenden Jahr werden wir durch die Erschließung eines Baugebietes westlich von Kirchenlaibach attraktive Baugrundstücke für Bauwillige anbieten und die Breitbanderschließung der Ortsteile verbessern. In der ersten Jahreshälfte dürfte sicherlich die gerichtliche Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Veränderungssperre für das Mischgebiet nördlich der Bahnhofsstraße fallen. Gleichermaßen wird der Gemeinderat bei der Fortschreibung der Regional-Planänderung „Windenergie“ intensiv darauf achten, dass wir nicht von Windenergievorranggebieten umzingelt werden. Nachdem die Eltern von Kindern unter drei Jahren ab 1. August nächsten Jahres einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kinderkrippengruppe haben und die Nachfrage nach Krippenplätzen auch in unserer Gemeinde ständig steigt, müssen weitere Krippenplätze künftig geschaffen werden, um die Nachfrage abzudecken. Das Jahr 2013 wird also wieder ein sehr arbeitsreiches Jahr mit vielen richtungsweisenden Entscheidungen.

Was wünschen Sie sich persönlich?

Manfred Porsch: Ich wünsche mir, dass wir weiterhin in Frieden leben können und von größeren Katastrophen und Schick-salsschlägen verschont werden. Nur dann ist es möglich, dass wir weiterhin zufrieden zusammenleben und unsere schöne Gemeinde weiterentwickeln können.

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